Tag rund ums Fenster

Gemeinsamer Aktionstag zweier Verbände

Grußwort zum „Tag rund ums Fenster“ des VFF am 17./18. April 2010 von Dr. Norbert Röttgen Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Energieeffizientes Bauen ist Triebkraft für Technik und Innovation

Ein wichtiges energiepolitisches Ziel der Bundesregierung ist die Verminderung der Triebhausemissionen um 40 Prozent bis 2020 gegenüber 1990. Das heißt im Klartext: Wir müssen wesentlich sparsamer und effizienter mit der knappen Energie umgehen.

Etwa ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland wird durch den Einsatz von Energie in Wohnhäusern und Gebäuden verursacht. Zwei Drittel dieser Energie gehen auf das Konto der Heizung. Dem Gebäudebereich kommt daher eine Schlüsselfunktion in der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung zu. Im Zentrum stehen die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz sowie das CO2-Gebäudesanierungsprogramm und das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien.

Im August 2007 hat die Bundesregierung in Meseberg erstmals auch ein klares strategisches Ziel für den Gebäudebereich formuliert: „ Ab dem Jahr 2020 soll die Wärmeversorgung von Neubauten möglichst weitgehend unabhängig von fossilen Energieträgern sein“. Mit der Neufassung der EU-Gebäude-Richtlinie wird dieses Ziel nun auch europäisch verankert: Nach 2020 müssen alle Neubauten nahezu Nullenergiehäuser sein, öffentliche Neubauten bereits zwei Jahre früher. Mit der Energieeinsparverordnung  muss dieses Ziel nun schrittweise umgesetzt werden. Dieser langfristig klar vorgezeichnete Weg führt bei Eigentümern und Industrie zu mehr Planungs- und Investitionssicherheit. Das wird im Markt einen deutlichen Wettbewerbsschub im Hinblick auf die innovativsten Produkte – für ganze Gebäude wie für einzelne Bauteile – auslösen. Energieeffizienz wird damit zu einem Markttreiber.

Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist auch eine deutlich verbesserte Information der Verbraucher. Mit den geplanten Maßnahmen zur Stärkung des Energieausweises, insbesondere der Veröffentlichung von Energiekennwerten in Immobilienanzeigen, wird die Markttransparenz für Gebäude und Wohnungen erheblich verbessert. Die Stärkung der Nachfrage nach Energieeffizienz unterstützt zusätzlich eine selbsttragende Marktentwicklung.

Die Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich ist auch aus industriepolitischen Gründen geboten. Der Industriestandort Deutschland – Weltmarktführer bei innovativen Technologien zum energieeffizienten Bauen, zu effizienten  Anlagen und zur Nutzung erneuerbarer Energien im Gebäudebereich – wird deutlich gestärkt.

Ein gutes Beispiel ist die Fenster- und Fassadenbranche. Sie beweist derzeit wiederholt, dass sie hervorragend aufgestellt ist. Die Siege 2007 und 2009 beim „Solaren Zehnkampf“ (Solar Decathlon) in Washington für die Mannschaft um Prof. Hegger von der TU Darmstadt wären ohne die technischen Innovationen aus Deutschland nicht möglich gewesen. Die Fenster- und Fassadenelemente der prämierten Plusenergiehäuser wurden auf höchste Wärmedämmung bei gleichzeitig maximalem Stromertrag und ansprechender Gestaltung optimiert.

Die Bundesregierung unterstützt Klimaschutzmaßnahmen im Gebäudebereich mit attraktiven Angeboten. Die Marktentwicklung wird hierdurch flankiert und stabilisiert. Dies hat die letzte Krise klar bewiesen. Entscheidende ist allerdings nach wie vor das Engagement aller Beteiligten. Investitionen in die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden und den Einsatz erneuerbarer Energien rechnen sich nämlich oft schon ohne Förderung. Mit steigenden Energiepreisen wird die Amortisation dieser Maßnahmen immer schneller erreicht. Hiervon profitieren die Gebäudeeigentümer, da die Attraktivität ihrer Immobilie steigt. Nutzerinnen und Nutzer von Gebäuden haben weniger Energiekosten zu tragen. Gleichzeitig werden in der vorwiegend mittelständisch strukturierten Bauindustrie und im Handwerk Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert.

Der „Tag rund ums Fenster“ bietet interessierten Bauherren und Modernisierern bundesweit die Möglichkeit, sich über neueste Entwicklungen und Produkte bei Fenstern und Rollläden sowie beim Sonnenschutz zu informieren. Hierfür wüsche ich auch den beteiligten Anbietern interessante und erfolgreiche Gespräche, damit die vielen Anregungen zu Klimaschutz und nachhaltigem Bauen schnell in die Praxis umgesetzt werden.